Fast jeder hat es so gelernt: Zutaten mal drei, mal vier — fertig ist der Preis. Diese Regel ist alt. Und sie kostet dich jeden Tag Geld.
Kurz erklärt: Die Faktor-Regel stammt aus einer Zeit, in der der Wareneinsatz der größte Kostenblock war. Heute ist es das Personal. Deshalb rechnest du besser mit einem festen Deckungsbeitrag in Euro statt mit einem Prozentfaktor.
Zwei Gerichte, beide mit Faktor 3,5 kalkuliert:
| Gericht | Wareneinsatz | Netto-Preis | Das bleibt dir |
|---|---|---|---|
| Pasta | 2,00 € | 7,00 € | 5,00 € |
| Rinderfilet | 11,00 € | 38,50 € | 27,50 € |
Sieht gut aus? Jetzt kommt das Problem: Die meisten Gäste bestellen die Pasta. Du kochst den ganzen Abend, und an jedem Teller bleiben dir 5 €. Deine Küche arbeitet auf Hochtouren — und am Monatsende ist trotzdem nichts übrig.
Rechne stattdessen mit einem festen Deckungsbeitrag, sagen wir 9 € pro Portion:
| Gericht | Wareneinsatz | Netto-Preis | Das bleibt dir |
|---|---|---|---|
| Pasta | 2,00 € | 11,00 € | 9,00 € |
| Rinderfilet | 11,00 € | 20,00 € | 9,00 € |
Jetzt trägt jedes Gericht gleich viel zu Personal, Miete und Gewinn bei. Egal, was der Gast bestellt. Und noch etwas passiert: Das Filet wird günstiger — deine Gäste trauen sich an die guten Sachen, und du verdienst trotzdem.
Ehrlich gesagt: Die Deckungsbeitrags-Methode ist kein Zaubertrick. Sie macht günstige Gerichte etwas teurer und teure günstiger. Ob deine Gäste das mitgehen, hängt von deinem Konzept, deiner Lage und deiner Qualität ab. Prüfe die Preise, statt sie einfach zu übernehmen — und rechne bei besonderen Positionen ruhig eine Mischung.